High-Speed-Internet

Bis 2018: Bundesregierung will mindestens 50 MBit/s für alle

Aber: Wer hohe Bandbreiten will, soll dafür auch mehr bezahlen
Aus Berlin berichtet
AAA

Glasfaser-AusbauGlasfaser ermöglicht hohe Bandbreiten -
der Ausbau ist aber teuer
Breitband­anschlüsse mit besonders hohen Übertragungs­raten sollen künftig auch nur zu (deutlich) höheren Monatspreisen verfügbar sein. "Die No-Price-Mentalität ist eine ungesunde Entwicklung", sagte Alf Henryk Wulf, CEO von Alstom Deutschland und früherer Chef von Alcatel Lucent. "Das ist eine unaufschiebbare Diskussion - wer eine bestimmte Qualität haben will, muss dafür auch bezahlen", so Wulf auf einer Fachveranstaltung der Deutschen Breitbandinitiative in Berlin.

Auch Walter Haas, Technik-Chef von Huawei Deutschland, sieht dasselbe Dilemma: "Künftig wird es unterschiedliche Dienste-Qualitäten geben" - etwa höhere Qualitäten für Video-on-Demand-Dienste oder ähnliche Anwendungen - und damit eine "Preisdifferenzierung über Qualität". Tim Brauckmüller vom Breitbandbüro des Bundes ergänzt: "Hohe Investitionen in die Netze sind nicht vereinbar mit 9,99-Euro-Flatrates. (...) "Von solchen Preisen müssen wir uns langfristig verabschieden."

Auf der Suche nach der Killer-Applikation

Indes bestehe noch immer das Problem, dass es die "Killer-Applikation", die tatsächlich extrem hohe Bandbreiten erfordere, noch nicht gebe. "Derzeit fehlt noch "die bedarfstreibende Komponente", gibt auch Huawei-CTO Haas zu. Dennoch sieht Haas keine Alternative zum Glasfaser-Ausbau in Deutschland: "Langfristig ist Glasfaser das ultimative Medium."

Helmut Stocker von Nokia Siemens Networks (NSN) verwies auf das Erfolgskonzept mobiles Internet: "Im Mobilfunk sind die Leute bereit, für mobiles Internet zu zahlen, daher sind die Netze auch dicht." Der Grund dafür seien attraktive Angebote (Apps) sowie die immer stärkere Nutzung von social media.

Wie immer gehts auch ums liebe Geld

Die Frage der Finanzierung des Glasfaserausbaus bleibt hingegen noch immer schwierig. Zwar gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Förder­programmen und Finanzierungs­konzepten, dennoch müssten die Unternehmen viel Geld in die Hand nehmen. Marcus Isermann von der Deutschen Telekom beziffert die Kosten für einen flächendeckenden High-Speed-Ausbau (mindestens 50 MBit/s für alle deutschen Haushalte) auf rund 80 Milliarden Euro. Daher müssten die Anstrengungen auch darauf liegen, die bestehende Infrastruktur mit modernen Technologien optimal auszulasten - ein Beispiel sei hier etwa VDSL Vectoring.

Bundesregierung will 50 MBit/s für alle bis 2018

Wirtschafts-Staatssekretär Hans-Joachim Otto, der als Vertreter der Bundesregierung auf die Veranstaltung gekommen war, gab sich dennoch optimistisch, dass bis 2018 allen deutschen Haushalten Breitband-Internet mit mindestens 50 MBit/s zur Verfügung gestellt werden kann. Dieses Ziel hatte Wirtschaftsminister Phillipp Rösler vor kurzem proklamiert. Otto: "Wenn wir uns weiterhin auf die Kräfte des Marktes konzentrieren und die gesetzten Rahmenbedingungen voll ausschöpfen, dann haben wir alle Chancen, dass der Breitband-Ausbau bis 2018 so gestaltet ist, dass wirklich jeder mindestens 50 MBit/s bekommen kann."

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