Probleme

Tester kritisieren: 100-Euro-Tablets oft mit gravierenden Schwächen

Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel
Von mit Material von dpa
AAA

"App reagiert nicht": Diese Fehlermeldung müssen Käufer leistungsschwacher Billig-Tablets mit Einkern­prozessoren häufig hinnehmen. Außerdem schaffen es die günstigsten Flundern der 100-Euro-Klasse mit nur 512 Megabyte großem Arbeitsspeicher nicht immer, mehr als eine App oder mehr als einen Browser-Tab zu öffnen. Das will ein Vergleichstest von zehn Android-Tablets der Zeitschrift "c't" ergeben haben (Ausgabe 4/13). Daneben bemängelten die Tester bei vermeintlichen Schnäppchen oft dunkle, blickwinkel­abhängige Displays mit geringer Pixeldichte und eine kurze Akkulaufzeit um die drei Stunden.

Acer Iconia B1-A71

Im Umkehrschluss heißt das zwar nicht, dass ein besser ausgestattetes Tablet nicht auch holprig laufen kann. Doch für 200 Euro erhält man den Testern zufolge bereits Androiden mit blickwinkel­stabilem IPS-Display sowie einer CPU mit zwei oder vier Kernen. Außerdem sollten Käufer darauf achten, dass das Tablet 100-Euro-Tablets in der Kritik100-Euro-Tablets in der Kritik mindestens 1 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie möglichst die aktuelle Android-Version 4.2 mit Unterstützung für mehrere Nutzerkonten mitbringt. Beim Display gilt die Faustregel, dass man ab einer Auflösung von etwa 220 Punkten pro Zoll (ppi) bei normalem Leseabstand keine einzelnen Pixel mehr erkennt.

Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: Mittlerweile gibt es auch im Billig-Bereich Tablets, die durchaus zu gebrauchen sind. Dazu zählt etwa das Acer Iconia B1, das mit einem Preis von 119 Euro in der von der "c't" kritisierten Preisklasse liegt. Im Test von teltarif.de konnte das günstige Android-Tablet jedoch vieles richtig machen. Es kommt also darauf an, was der jeweilige Hersteller aus einem günstigen Gerät herausholen kann - die komplette Kategorie über einen Kamm zu scheren, ist daher schwierig.

Als Navi meist nicht zu gebrauchen

Wer schon ein Tablet der 100-Euro-Klasse besitzt und durch Abstürze, Hänger und Fehlermeldungen hassen gelernt hat, muss es trotzdem nicht gleich entsorgen. Als Quelle für Musik und Internetradio, Wetterstation, digitaler Bilderrahmen oder Küchen-Tablet zum Anzeigen von Rezepten kann es immer noch gute Dienste leisten, raten die Experten. Als Navi im Auto machten die Billig-Tablets dagegen eher eine schlechte Figur. Denn die wenigsten haben überhaupt GPS an Bord - und wenn, dann saugt das den Akku zu schnell leer. Hier muss dann bei langen Strecken mit einem Ladegerät für den Zigaretten­anzünder nachgeholfen werden.

Mehr zum Thema Tablet