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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
10 Jahre UMTS-Auktion: Milliarden-Poker um die mobile Zukunft17.08.2010
09:20 Das mobile Internet kommt - aber später als erwartet
Am 17. August 2000 wurde die bisher größte Auktion der deutschen Wirtschaftsgeschichte beendet: Die Summe der Höchstgebote für die deutschen UMTS-Lizenzen betrug unglaubliche 98 807 200 000 Mark, also fast 50 Milliarden Euro. Die beteiligten Unternehmen und Konsortien mussten für ihre Lizenzen jeweils zwischen 16,37 Milliarden Mark und 16,58 Milliarden Mark hinblättern. Dass hier keiner "billig vom Acker" kommen würde, war bei Viag Interkom (heute Telefónica o2 Germany) schon am ersten Tag der Versteigerung klar. Am 31. Juli 2000 versammelten sich die Vertreter von sieben Telekommunikationsunternehmen zur teuren Verteilung der verfügbaren Frequenzen in einer alten Kaserne im Mainzer Stadtteil Gonsenheim.
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Fast drei Wochen lang wurde damals gepokert, bis das Ergebnis feststand: Sechs Unternehmen sicherten
sich die begehrte Lizenz für die mit großen Hoffnungen verbundene Zukunftstechnik, als einziger Auktionsteilnehmer war debitel nach einigen Runden aus dem Milliarden-Poker ausgestiegen. Der Bundesfinanzminister Hans Eichel freute sich über den üppigen Geldsegen.
Die UMTS-Versteigerung unter der Ägide der Bundesnetzagentur (damals noch Regulierungsbehörde) führte die Branche in einen tiefen Umbruch. Zwei der damaligen Mobilfunkanbieter mussten ihre Lizenzen später wieder aufgeben - das eigens für den Erwerb einer UMTS-Lizenz gegründete Unternehmen Quam und MobilCom/France Télécom. Vier sind bis heute übrig geblieben: Die Telekom Deutschland, Vodafone, E-Plus und das aus Viag Interkom hervorgegangene Unternehmen o2. UMTS-Handys im Kleinlaster-FormatAber der Einstieg ins Zeitalter des mobilen Internets verlief quälend langsam. Weitere zweistellige Milliardenbeträge waren für den Aufbau des neuen Mobilfunknetzes nötig. Auch zeigte sich, dass die technischen Herausforderungen komplexer als vermutet waren. Die Angst vor einem Milliarden-Flop ging um. Die Anbieter gaben die hohen Kosten an die Verbraucher weiter. Und diese machen deswegen zum Teil bis heute einen weiten Bogen um die Datentarife. "Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass der Preis für die Lizenz nicht so ganz passend war", sagt Guido Heitmann von E-Plus. "Das waren andere Zeiten damals, wir waren mitten in der Internet-Blase." Es sei einfach nicht denkbar gewesen, sich von der UMTS-Versteigerung fernzuhalten. Nach der Euphorie im Sommer 2000 dauerte es fast vier Jahre, bis die Basisstationen für das UMTS-Netz standen und schnelle mobile Internetverbindung Wirklichkeit wurden. Zuerst meist mittels einer PC-Karte, die ins Notebook eingesteckt wurde - denn UMTS-Handys, die die hochfliegenden Erwartungen erfüllen konnten, waren noch immer rar. Für Ernüchterung sorgte unter anderem die Präsentation eines UMTS-"Handys" im Januar 2001: Es handelte sich um einen mit Technik vollgestopften Kleinlaster.
Allerdings ging im Laufe des Jahres 2001 mit dem japanischen FOMA-Netz das weltweit erste UMTS-Netz an
den Start und die Japaner bekamen auch die passenden
Weitere Kandidaten für kostenpflichtige Angebote, mit denen die enormen Lizenz-Kosten wieder eingespielt werden sollten, waren auch schon vor zehn Jahren Anwendungen, die auch heute eine Rolle spielen: Musik, Spiele, Filme und Community, also der Austausch mit Freunden. Allerdings ist hier erst seit relativ kurzer Zeit ein entsprechendes Interesse zu spüren. Für lange Zeit steuerte die Branche quasi im Blindflug ins mobile Internet: "Wir haben in einen Markt investiert, von dem wir nicht wussten, wie er aussehen wird", erinnert sich Heitmann. Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wie es mit dem Aufbau der mobilen Datennetze weiter ging und wie die nährere Zukunft im Mobilfunk aussehen wird.
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