Was ist eigentlich mit ...

Lebenslang gültige Telefonnummer: Die Möglichkeiten im Überblick

Warum 0700 sich nicht durchsetzte und welche Alternativen es gibt
AAA

Wem nun aber die einmaligen Kosten für die Bereitstellung der Rufnummer, die monatlichen Kosten oder die Weiterleitungs­kosten zum Handy zu hoch sind oder wer seinen Anrufern keine Minutenpreise zwischen 6 und 12 Cent aus dem Festnetz zumuten möchte, der hat Alternativen. Um es jedoch vorweg­zunehmen: Die sprichwörtliche eierlegende Woll­milchsau gibt es nicht.

Recht vielver­sprechend ist ein Ansatz des VoIP-Providers sipgate. Unter sipgate one hat das Unter­nehmen schon vor langem einen Beta-Test gestartet. Dieser setzte auf ähnliche Routings, wie sie bei der 0700-Nummer möglich sind, verwendet jedoch eine Handy­nummer. Eingesetzt wurden zunächst Nummern von Telogic. Bekanntermaßen hat Telogic Insolvenz angemeldet, die Nummern waren plötzlich nicht mehr erreichbar. Nun will sipgate eigene Nummern mit der Nummer 01579 den gleichen Dienst starten. Doch das plötzliche Aus von Telogic hat das eigentliche Problem aufgezeigt: Bricht der Inhaber der Nummer weg, ist die vermeintlich lebenslang gültige Rufnummer wertlos. Zwar besteht die Möglichkeit, die bisherige 01570-Nummer zu portieren, sipgate kann sie jedoch derzeit nicht verarbeiten - es werden nur 01579-Nummern verwaltet. Und: Aktuell ist der Beta-Test noch nicht für alle freigegeben.

032-Nummer kann bundesweit genutzt werden - aber nicht zum Festnetzpreis

Eine Nummer für immer - derzeit nur mit Sonderrufnummern oder einer Handynummer möglichEine Nummer für immer - derzeit nur mit Sonderrufnummern oder einer Handynummer möglich Ein anderer Ansatz zu einer lebenslang gültigen Telefonnummer ist die 032. Sie wird vor allem von Anbietern für Internettelefonie herausgegeben, kann aber auch für anderen Zwecke verwendet werden. Seitens des Regulierers wird sie als Nationale Teilnehmerrufnummern bezeichnet. Der Nachteil: Zum einen gibt es keine vernünftigen Routing-Funktionen, zum anderen gibt es keine Verpflichtung, die Gespräche wie normale Festnetzgespräche abzurechnen. Entsprechend sind sie auch in aller Regel nicht in Flatrates enthalten und aus den Mobilfunknetzen fallen Minutenpreise bis zu 49 Cent an.

Festnetznummern eignen sich nicht als lebenslang gültige Rufnummern. Bei Festnetzanschlüssen gehen sie nach einem Umzug in ein anderes Ortsnetz verloren. Werden sie bei einem VoIP-Anbieter geschaltet, muss der nicht zwangsläufig etwas vom Umzug bemerken - die Nummer würde also geschaltet bleiben. Allerdings mangelt es auch hier an Routingfunktionen und wer einmal seinen Anbieter wechselt, kommt nach einem Umzug unter Umständen zu dem Problem, dass seine Adresse nicht mit dem Ortsnetz der Telefonnummer übereinstimmt. Eine Zeit lang kann diese Lösung funktionieren, sicher ist sie nicht.

Abhilfe könnte irgendwann die 0500-Gasse schaffen. Sie könnte im kommenden Jahr im Rahmen der Einführung von kostenlosen Warteschleifen auf den Weg gebracht werden. Im Gespräch ist, dass sie so abgerechnet werden müsste, wie ein Festnetzgespräch im Tarif des Kunden. Vermutlich werden diese Nummern jedoch auch von den Kunden bei der Bundesnetzagentur registriert werden müssen, so dass einmalige Kosten jenseits von 60 Euro entstehen. Wie teuer dann das Schalten der Nummer und die Weiterleitung an einen echten Anschluss wäre, ist heute nicht absehbar.

Fazit: Lebenlang gültige Nummer eine gute Idee - die Umsetzung scheitert

Keines der vorgestellten Konzepte für eine mobile Nummer, unter der man überall erreichbar ist, ist wirklich überzeugend. 0700-Nummern existieren zwar schon lange, konnten sich aber aus den genannten Gründen nicht durchsetzen. Auch 032-Nummern wurden nur halbherzig umgesetzt und Festnetznummern lebenslang zu behalten ist regulatorisch aufgrund der Bindung an ein Ortsnetz nicht gewünscht. Lediglich Handynummern eignen sich heute durch die mögliche Portierung also konstante Nummer - Routing-Dienste gibt es jedoch nur bei Spezialdiensten, die häufig so schnell vom Markt verschwinden wie sie ihn betreten haben. Zu hoffen bleibt, dass eine mögliche Einführung von 0500-Nummern seitens des Regulierers nicht halbherzig angegangen wird und es für Privatkunden attraktive Rahmenbedingungen gibt.

erstezurück 1 2

Mehr zum Thema Telefonieren zuhause