Kostenfalle

Nächster Anbieter mit Verwähl-Gefahr: 01010 mit teuren Tarifen

Verwechslungsgefahr zur oftmals günstigen 010010 gegeben
AAA

Wer die 01010 nutzt, bekommt aktuell Minutenpreise von 1,99 Euro in Rechnung gestelltWer die 01010 nutzt, bekommt aktuell Minutenpreise von 1,99 Euro in Rechnung gestellt Erneut hat hat ein Call-by-Call-Anbieter den Betrieb aufgenommen, der dem Kunden bei Benutzung eher hohe als niedrigere Rechnungen einbringen wird. Die 01010, hinter der laut Impressum der Webseite die Dritte Hansestar UG aus Hamburg steht, kassiert pro Minute ins deutsche Festnetz 1,99 Euro. Dieser Preis wird auch berechnet, wenn ein Nutzer ein deutsches Handy anruft oder ins Ausland telefoniert. Relevant für den Markt ist die 01010 mit diesen Preisen nicht, dennoch dürfte über diesen Anbieter telefoniert werden. Nach Erfahrungen unserer Redaktion passiert es gerade bei sechsstelligen Call-by-Call-Vorwahlen oft, dass statt zwei nur eine "0" in der Mitte der Vorwahl gewählt wird. So wird dann schnell aus der 010010 die 01010.

Die 01010 ist mit diesem Geschäftsmodell nicht alleine. Auch andere Anbieter haben ähnlich hohe Minutenpreise und setzen augenscheinlich auf Verwähler-Kunden. Zu nennen ist hier beispielsweise die 01011, die im Gegensatz zu 010011 deutlich teurer ist. Und auch bei der 01018 und 010018 ergibt sich eine derartige Verwechslungsgefahr. Und auch wer statt der 010091 die 01091 vorwählt, bekommt eine weitaus höhere Rechnung als erwartet.

Kein Zusammenhang zwischen den Anbietern

In all diesen Fällen ist den jeweiligen Gesellschaften keine Zusammengehörigkeit nachzuweisen. So hat Ventelo (01011) nichts mit der One4 One (010011) zu tun, 01018 GmbH nichts mit Ventelo (010018), die Dritte Hansestar (01010) nichts mit easybell (010010) und auch die 010091 dementiert geschäftliche Beziehungen zur 01091.

Die Bundesnetzagentur hat gegen die hohen Minutenpreise keine Handhabe. In einem früheren Statement hieß es, die Anbieter seien frei in ihrer Tarifgestaltung und dürften jeden Minutenpreis berechnen, den sie berechnen wollen. Eine Prüfung, ob es sich bei den Angeboten jedoch um Wucher handelt, obliege nicht der Bundesnetzagentur. Immerhin: Durch die TKG-Novelle wird diese Tariffalle entschärft. Mit Inkrafttreten ist eine Tarifansage bei Call-by-Call-Anbietern Pflicht. Dadurch müssten die versehentlichen Nutzer auf die hohen Minutenpreise hingewiesen werden. Diese muss von den Nutzern dann allerdings auch noch registriert werden.

Mehr zum Thema Call by Call